Awareness bedeutet für uns Achtsamkeit und Bewusstsein in Bezug auf den Umgang miteinander. Das Vermeiden von Diskriminierung, Übergriffen und (sexualisierter) Gewalt. Das beinhaltet ein Bewusstsein im Umgang mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen und unserer eigenen Position in diesen.

Diskriminierung und Gewalt sind keine losgelösten Einzelfälle, sondern finden in einem strukturellen, gesellschaftlichen Kontext statt. Awareness ist ein Ansatz, der 2007 aus der feministischen und queeren Bewegung heraus entstanden ist. Die Debatten und Praxen der zweiten Frauenbewegung der 1970er Jahre waren ein wichtiger Ausgangspunkt, darüber hinaus haben die Ansätze und Praxen der Bewegung Transformative Justice (Transformative Gerechtigkeit) und Community Accountability (Kollektive Verantwortungsübernahme) aus den USA die Awareness-Arbeit im deutschsprachigen Raum beeinflusst.

Im Zentrum von Awareness steht das Wohl der Person, welche von grenzüberschreitendem Verhalten, Diskriminierung oder Übergriffigkeit betroffen ist. Damit einher geht eine parteiliche Unterstützung – sofern die betroffene Person dies möchte – um sie mit den Folgen der Diskriminierung oder (sexualisierten) Gewalt nicht alleine zu lassen. Der Ansatz ist intersektional und berücksichtigt Mehrfachbetroffenheiten.
Unterstützung beinhaltet auch die Herstellung von Schutzräumen, damit Betroffene sich aus Räumen/Strukturen nicht zurückziehen müssen, sondern Handlungsfähigkeit (zurück)erlangen und weitere Gefährdungen und ungewollte Begegnungen ausgeschlossen werden können.

Awarenessarbeit wirkt auch präventiv und wird in manchen Communities zusammen mit einer das Umfeld reflektierenden und Transformativen Arbeit mit diskriminierenden oder gewaltausübenden Personen im Sinne von Community Accountability angeboten. Awareness-Arbeit bietet mitunter verschiedene Ansätze und Möglichkeiten. Sie bedarf reflektierten Erfahrungswissens, fundierter Praxis und dementsprechend geschulten Teams. In jedem Fall orientiert sich Awareness-Arbeit an Grundsätzen wie Konsens und den Bedürfnissen der unterstützungssuchenden Person und stellt solidarisches Handeln in ihrem Sinne her.

Team of awareness in public spaces with an awa* cargo bike at nighttime standing at Karlsplatz

Gewalt umfasst viele Formen in einer großen Bandbreite. Wir setzen uns in unserer Arbeit gegen Gewalt ein und schaffen gemeinsam mit Betroffenen Handlungsmöglichkeiten und Strategien, um gegen Gewalt zu agieren. Dabei ist es wichtig, die damit verbundenen Ebenen von Gewalt zu verstehen. Diese wirken unterschiedlich in individuellen und zwischenmenschlichen Kontexten, in institutioneller und staatlicher Form sowie in struktureller und diskriminierender Form. Mehr dazu gibt in der Broschüre „Unterstützung geben“. Handlungsstrategien im Umgang mit Gewalt und Diskriminierung (siehe Links unten) zu lesen!

Awareness Institut

Wir sind Teil des Awareness Institut – der Verband für Awareness-Arbeit im deutschsprachigen Raum.

Das Awareness Institut ist ein Zusammenschluss von Awareness-Aktiven aus dem deutschsprachigen Raum, die Konzepte und Schulungen zum Thema Awareness entwickeln und anbieten. Wir machen Awareness für Veranstalter*innen, Betroffene und Interessierte sichtbar und zugänglich.

Link: https://awareness-institut.net/

transformativejustice.eu

transformativejustice.eu >>> wer wir sind – Unsere Gruppe arbeitet seit 2011 zu den Themen sexualisierte Gewalt, Community Accountability und Transformative Justice. Wir wollen Konzepte und Praxen für Communities weiterentwickeln und verbreiten, die eine Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt und Gewalt in nahen Beziehungen weiter bringen und notwendig sind. Es ist unser Ziel, diese Formen der Gewalt im Zusammenhang mit unterschiedlichen Machtverhältnissen zu analysieren und mit den vielfältigen Verstrickungen einen Umgang zu finden.

https://www.transformativejustice.eu/de

Handbuch Antisexistische Awareness:

Gemeinsam mit SupportFX (Leipzig) und als Teil der Vernetzung „Awareness Institut“ haben wir Abläufe und Standards für Awareness-Arbeit definiert. Diese sind in der folgenden Broschüre gesammelt:

Broschüre „awareness“ .pdf

Respect Guide (D, E, Fr)

Bei dem Respect-Guide handelt es sich um einen Leitfaden für einen respektvollen Umgang miteinander.

http://www.i-paed-berlin.de/de/Downloads/

Die Broschüre „Inter und Sprache“ klärt Begriffe rund um Intersex, damit hier ein Sprachlsprachlichich respektvoller Umgang stattfindet. https://oiigermany.org/inter-und-sprache/

Material von Les MIGRAS

https://lesmigras.de/de/informationen-downloads

In der Broschüre „Grenzen setzen – Ein Arbeitsbuch“ geht es um das Setzen persönlicher Grenzen, in den verschiedensten Zusammenhängen. Anhand von Texten und Übungen könnt ihr euch mit dem Thema auseinandersetzen. Berlin, 2017.

https://lesmigras.de/wp-content/uploads/2021/06/LesMigraS_Grenzen_Setzen_online.pdf

Broschüre Verbindungen sprechen. Empowerment in Bezug auf Rassismus und Transphobie in LSBTI-Kontexten.

https://lesmigras.de/wp-content/uploads/2021/06/LM_Broschuere_Tapesh_einzelseiten_korrigiert.pdf

Broschüre Unterstützung geben. Handlungsstrategien im Umgang mit Gewalt und Diskriminierung.

https://lesmigras.de/wp-content/uploads/2021/06/LM_Broschuere_Tapesh_UnterstuetzungGeben.pdf

Was ist Mehrfachdiskriminierung?

Text von Les MIGRAS zu Mehrfachdiskriminierung, Mehrfachzugehörigkeit und Antidiskriminierungsarbeit.

https://lesmigras.de/wp-content/uploads/2021/01/LesMigraS_2015_Mehrfachdiskriminierung_Einstiegstext.pdf

Hier gibt es einen vertiefenden Text als pdf: https://lesmigras.de/wp-content/uploads/2021/01/LesMigraS_Mehrfachdiskriminierung_vertiefend.pdf

In Leichter Sprache: Wir erklären Mehrfach-Zugehörigkeit und Mehrfach-Benachteiligung: https://lesmigras.de/wp-content/uploads/2021/01/LesMigraS_Was_ist_Mehrfachdiskrimierung_Leichte_Sprache.pdf

Transnational Transformative Justice Project

http://www.whatreallymakesussafe.com/

Zine: Mapping our madness: a workbook for navigating crisis, extreme states, or just foul moods

http://nycicarus.org/images/MappingOurMadness.pdf

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