Glossar
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Mai 2026
A
- Asexualität
- Asexualität ist ein Sammelbegriff für Personen, die keine, wenig oder nur selten sexuelle Anziehung gegenüber anderen Personen verspüren. Der Begriff beschreibt nicht, zu wem sich eine Person sexuell hingezogen fühlt, sondern dass sexuelle Anziehung selten, wenig oder gar nicht erlebt wird. Asexualität beschreibt das Erleben sexueller Anziehung und nicht das sexuelle Verhalten einer Person. Der Begriff ist daher nicht gleichzusetzen mit sexueller Abstinenz oder mit dem bewussten Verzicht auf Sexualität. Asexuelle Personen können unterschiedliche romantische Orientierungen haben (z.B. bi-, hetero-, homoromantisch).
Asexualität ist ein Spektrum und umfasst unterschiedliche Erfahrungen und Selbstbezeichnungen (z.B. demisexuell, grauasexuell). Die gesellschaftliche Annahme, dass alle Menschen sexuelle Anziehung gegenüber anderen Personen verspüren, wird als Allonormativität bezeichnet. Allonormativität kann dazu beitragen, dass asexuelle Erfahrungen unsichtbar gemacht oder pathologisiert werden.
- Awareness-Arbeit
- Bezeichnet eine aktivistisch entstandene Praxis und Haltung, mit dem Ziel Gewalt und Diskriminierung zu erkennen, zu stoppen sowie vorzubeugen, und davon betroffene Personen zu unterstützen. Im Zentrum stehen die Bedürfnisse der betroffenen Personen, die Auseinandersetzung mit einem breiten Gewaltbegriff und die Grundprinzipien von Definitionsmacht, Parteilichkeit und Konsens.
Awareness-Arbeit umfasst präventive, intervenierende und reflektierende Aspekte. Sie schafft Strukturen, die Gewalt entgegenwirken, in grenzüberschreitenden Situationen unterstützen und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen fördern.
Sie wird sowohl durch konkrete Unterstützungsstrukturen (z.B. Awareness-Teams) als auch durch Rahmenbedingungen (z.B. Awareness-Konzept, Code of Conduct, Hausrecht) umgesetzt. Dadurch sollen sicherere Räume entstehen und Betroffene gestärkt werden. So soll verhindert werden, dass betroffene Personen mit belastenden Erfahrungen alleine bleiben. Eine nur symbolische, rein profitorientierte oder unzureichende Umsetzung wird als Awareness-Washing bezeichnet.
- Awareness-Beauftragte
- Bezeichnet die Person(en), die gemäß der Novellierung des Wiener Veranstaltungsgesetzes (Wr. VG) für bestimmte organisatorische Aufgaben im Zusammenhang mit Awareness-Maßnahmen bei Veranstaltungen zuständig sind. Dazu zählen insbesondere die Erreichbarkeit als Ansprechperson, das organisatorische Mittragen awareness-bezogenerMaßnahmen, sowie die Kenntnis und Aktivierung der Rettungskette(n).
Awareness-Beauftragte müssen im Rahmen des Wiener Veranstaltungsgesetzes im Awareness-Konzept namentlich benannt werden. Sie müssen mit dem Awareness-Konzept, den angebotenen Unterstützungsmaßnahmen, und Rettungskette(n) vertraut sein und auf sie verweisen können. Sie können an der organisatorischen Umsetzung von Awareness-Maßnahmen beteiligt sein und als Schnittstelle zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen (z.B. Awareness-Team, Security, Veranstaltende etc.) fungieren.
Die Rolle ist nicht automatisch mit der eines Awareness-Teams gleichzusetzen und umfasst nicht zwingend selbst praktische Awareness-Arbeit oder direkte Unterstützungsarbeit mit betroffenen Personen. Unter entsprechenden Rahmenbedingungen kann die Tätigkeit von Awareness-Beauftragten zur Umsetzung von Awareness-Arbeit beitragen.
- Awareness-Konzept
- Ein Awareness-Konzept ist die Grundlage zur Umsetzung von Awareness-Arbeit und beinhaltet alle emanzipatorischen Sicherheits-, Antidiskriminierungs- und Unterstützungsmaßnahmen in einem bestimmten Kontext (z. B. an einem Veranstaltungsort oder in einer Organisation).
Es beschreibt die Ziele, Werte, Zuständigkeiten und konkreten Maßnahmen zur Prävention von, Intervention bei und Nachsorge im Fall von Gewalt und Diskriminierung sowie die damit verbundene Unterstützungsarbeit. Awareness-Konzepte schaffen verbindliche Rahmenbedingungen für Awareness-Arbeit und eine daran orientierte Praxis.
- Awareness-Standards
- Awareness-Standards sollen eine Orientierung für die Organisation, Umsetzung, Ziele und Grundprinzipien von Awareness-Arbeit geben. Sie beschreiben gemeinsame Haltungen, organisatorische Rahmenbedingungen und Arbeitsweisen, die zu einer verlässlichen und nachvollziehbaren Umsetzung von Awareness-Arbeit beitragen sollen.
Gäst*innen, Verantwortliche und andere Beteiligte sowie auch direkt an der Awareness-Arbeit Mitwirkende sollen nachvollziehen können, wie und nach welchen Grundlagen gearbeitet wird. So soll für sie die Verlässlichkeit von Awareness-Arbeit gestärkt werden. Awareness-Standards können so Transparenz über Awareness-Arbeit herstellen. Da Awareness-Arbeit in so vielen unterschiedlichen Kontexten umgesetzt wird, sollten sie immer an den eigenen Kontext angepasst werden; dazu können bestehende Awareness-Standards erweitert werden, beispielsweise für sexpositive Veranstaltungen, Konzerte oder für Awareness-Arbeit im Öffentlichen Raum.
Ein Beispiel für Awareness-Standards ist die Arbeit des Vereins für Awareness-Standards. Diese Standards wurden in einem offenen und communitybasierten Prozess von Mitgliedern verschiedener Awareness-Strukturen, und Einzelpersonen entwickelt und werden laufend weiterentwickelt. Sie verstehen sich als kollektive Selbstverpflichtung und nicht als staatliche Vorgabe, Zertifizierung oder Garantie für eine diskriminierungsfreie Praxis. Man kann sie unter awareness-standards.info einsehen.
- Awareness-Team
- Ein Awareness-Team ist ein mögliches Element von Awareness-Arbeit. Es bezeichnet eine Gruppe von kompetenten Personen, die Awareness-Arbeit praktisch umsetzen und als temporäre Anlaufstelle für Betroffene zur Verfügung stehen. Sie unterstützen in Situationen von Gewalt, Diskriminierung, Grenzverletzungen und Überforderung, leisten Aufklärungs-, Bildungs- und Vermittlungsarbeit und beantworten Fragen rund um Sicherheit. Dabei stellen sie die Bedürfnisse betroffener Personen in das Zentrum ihrer Arbeit.
Ihre Arbeit erfolgt im Buddy-System, findet nüchtern statt und ist möglichst niederschwellig erreichbar. Sie basiert auf den Awareness-Grundprinzipien (breiter Gewaltbegriff, Definitionsmacht, Parteilichkeit, Konsens). Personen, die in einem Awareness-Team arbeiten, sollen die damit einhergehende Haltung auch abseits der Arbeit leben.
- Awareness-Washing
- Der Begriff ‚Awareness-Washing‚ ist an andere ‚-washing‘-Begriffe (z.B.: Greenwashing, Pinkwashing) angelehnt und beschreibt die Verwendung des Begriffs ‚Awareness‘ ohne substanzielle Umsetzung entsprechender Prinzipien, Strukturen und Standards.
Das liegt vor, wenn ein Awareness-Team oder/und Awareness-Konzept vorhanden sind, ohne dass diese an den Grundsätzen von Awareness-Arbeit orientiert oder ausreichend umgesetzt sind. Es kann auch eine instrumentalisierte Nutzung des Awareness-Begriffs bedeuten. Awareness-Washing kann auch bedeuten, dass der Begriff ‚Awareness(-Arbeit)‚ rein kommerziell für Image-Zwecke oder zur Außendarstellung genutzt wird, ohne tatsächliche Schutzstrukturen zu schaffen oder Betroffene zu unterstützen.
Awareness-Washing kann ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, bestehende Risiken für betroffene Personen verstärken und dazu beitragen, dass diese unsichtbar gemacht werden.
B
- Betroffenheit, Betroffene Person
- Betroffenheit benennt die Erfahrung, von Gewalt, Diskriminierung oder Grenzverletzungen betroffen zu sein. Das kann sich auf ein konkretes Ereignis (z.B. sexualisierter Übergriff), strukturelle Erfahrungen (z.B. Ableismus, Rassismus) oder situationsspezifische Belastungen (z.B. Überforderung, Angst) beziehen. Dabei ist Betroffenheit gesellschaftlich ungleich verteilt: Personen, die von struktureller Diskriminierung betroffen sind, erleben sie häufiger.
Eine betroffene Person ist eine Person, die eine solche Erfahrung gemacht hat und daraus Bedürfnisse oder einen Unterstützungsbedarf entwickelt. Betroffenheit kann nicht von außen „bestimmt werden“, sondern wird von der Person selbst definiert (Definitionsmacht). In der Awareness-Arbeit nutzen wir diesen Begriff häufig in Abgrenzung zum Begriff „Opfer“, ohne anderen Selbstbezeichnungen ihre Gültigkeit abzusprechen.
Betroffenheit beschreibt keine passive oder feststehende Identität, sondern eine situative Position, die sich je nach Kontext und Zeitpunkt verändern kann und darf. Sie ist keine Eigenschaft, sondern eine Erfahrung innerhalb gesellschaftlicher Machtverhältnisse, in denen sie gemacht wird.
- Breites Gewaltverständnis
Der Gewaltbegriff in der Awareness-Arbeit ist bewusst weit gefasst. Es geht über das weitverbreitete gesellschaftliche Verständnis hinaus und berücksichtigt unterschiedliche Formen von Gewalt – physische, psychische, verbale, strukturelle – ebenso wie aktive und passive Ausprägungen.
Nicht nur physische und/oder sexualisierte Übergriffe, sondern auch Demütigungen, diskriminierende Aussagen, das wiederholte Missachten von Grenzen, Ignorieren, Ausschließen, verletzende Witze oder systematische Ausschlüsse können Gewalt darstellen.
Auch das Ausbleiben von Schutz, Unterstützung oder Anerkennung kann gewaltvoll sein.
Diskriminierung ist eine Form von Gewalt. Sie trifft nicht „zufällig“, sondern im Kontext gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Gewalt ist also nicht nur individuell, sondern auch institutionell, staatlich oder strukturell verankert – und muss auch dort benannt und bearbeitet werden. Awareness-Arbeit erkennt diese Vielschichtigkeit an und stellt die Unterstützung von Betroffenen in den Mittelpunkt.
- Buddy-System
- Bezeichnet in der Awareness-Arbeit das grundlegende Prinzip, dass Awareness-Teams mindestens zu zweit organisiert im Einsatz sind. Es dient dem Schutz betroffener Personen sowie gegenseitiger Unterstützung, Aufgabenteilung, Reflexion und Entlastung innerhalb des Awareness-Teams. Das Buddy-System ermöglicht die gemeinsame Einschätzung von Situationen, sorgt für erweiterte Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit, beugt Überforderung vor und erleichtert den Umgang mit belastenden Situationen. Ebenso soll Machtmissbrauch vorgebeugt werden.
Das Arbeiten im Buddy-System bedeutet nicht zwangsläufig, dass in jeder Situation beide Personen gleich stark eingebunden sein müssen oder können. Mindestens eine weitere Person des Awareness-Teams soll jedoch immer unterstützend eingebunden bleiben, falls eine Intervention notwendig oder gewünscht werden sollte. Dies kann durch unmittelbare Sichtbarkeit und Erreichbarkeit gegeben sein.
Fehlende gegenseitige Unterstützung, Reflexion und Absicherung kann Risiken für betroffene Personen und Mitglieder des Awareness-Teams erhöhen und Überforderung begünstigen. Das Buddy-System dient daher auch dem Selbstschutz von Awareness-Personen und ist grundlegender Bestandteil nachhaltiger Awareness-Arbeit.
D
- Definitionsmacht
- Definitionsmacht ist eines der zentralen Grundprinzipien von Awareness-Arbeit.
Definitionsmacht bedeutet, dass betroffene Personen selbst bestimmen, was sie als übergriffig, diskriminierend oder gewaltvoll erlebt haben – und dass ihre Perspektive ernst genommen wird. Denn nur betroffene Personen können für sich entscheiden,
ob eine Situation grenzüberschreitend war
oder nicht.
Oft wird versucht, solche Erfahrungen von außen zu bewerten oder kleinzureden („Das war doch nicht so schlimm.“ oder „Das war sicher nicht so gemeint.“). Genau hier setzt Definitionsmacht an: Sie stellt klar, dass die Wahrnehmung betroffener Personen zählt und nicht angezweifelt oder relativiert werden darf.
Definitionsmacht ermöglicht, dass Menschen mit ihren Erfahrungen gehört werden und Unterstützung erhalten, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Dabei bestimmen betroffene Personen selbst, was für sie unterstützend in der Situation wäre. Defintionsmacht kann dabei helfen, dass akute Belastung nicht in längerfristige oder gar chronische Traumatisierung übergeht.
O
- Öffentlicher Raum
- ‚Öffentlicher Raum‘ bezeichnet Räume, die in Abgrenzung zu privaten oder halb-öffentlichen Räumen grundsätzlich für alle Menschen zugänglich sein sollten (z. B. Straßen, Plätze oder Parks).
In der Awareness-Arbeit verstehen wir öffentlichen Raum als nicht neutral: Er ist geprägt von gesellschaftlichen Normen, Machtverhältnissen und ungleichen Zugängen. Diese beeinflussen, wer sich darin sicher bewegen kann, wer ausgeschlossen wird und wessen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Unterschiedliche Personengruppen sind unterschiedlich abhängig vom öffentlichen Raum. Er ist Aufenthalts- oder Durchgangsort und zugleich Lebensraum – insbesondere etwa für Menschen ohne Wohnraum. Er wird genutzt, wenn Wohnraum (zu) knapp oder kommerzielle Orte nicht zugänglich oder leistbar sind.
P
- Parteilichkeit
- Parteilichkeit bedeutet, bewusst auf der Seite von marginalisierten, unterdrückten und betroffenen Personen zu stehen.
In gesellschaftlichen Machtverhältnissen gibt es keine echte Neutralität –
wer nicht aktiv Partei ergreift, stützt oft unbewusst die bestehenden Ungleichheiten.
Parteilichkeit ist eine Haltung,
die bestehende Machtverhältnisse reflektiert und bewusst eine Position dagegen einnimmt. Das Konzept kam ursprünglich aus der Arbeiter*innenbewegung.
Parteilichkeit bedeutet in der Awareness-Arbeit, sich auf die Interessen der Betroffenen zu fokussieren, Betroffene und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen, sie zu unterstützen und sich an ihre Seite und gegen Abwertung oder Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit zu stellen.
Es geht nicht darum, einzelne Personen sympathisch zu finden oder jede Entscheidung gutzuheißen, sondern um die Anerkennung struktureller Ungerechtigkeiten und aktives Handeln dagegen. Parteilichkeit zeigt sich in Worten und Taten: durch solidarisches Zuhören, durch das Verhindern von Täter*innen-Opfer-Umkehr und durch konkrete Unterstützung.
S
- SafeR Space / Sicherere Räume
Ein SafeR Space ist ein Raum, der aktiv so gestaltet wird, dass Menschen sich möglichst sicher und geschützt fühlen können. Das Wort ‘safeR’ ist dabei entscheidend: absolute Sicherheit gibt es nicht. Aber wir können Strukturen schaffen, die Gewalt und Diskriminierung bewusst entgegenwirken.
SafeR Spaces entstehen nicht von selbst, sondern durch klare Regeln, diskriminierungs-kritische Haltungen und Strukturen, die Parteilichkeit ermöglichen – etwa Awareness-Teams, Schutzräume für FLINTA* oder Moderationsprinzipien, die Machtungleichheiten sichtbar machen und abbauen.
Ebenso wichtig ist es, dass Verantwortung nicht auf Einzelne abgewälzt wird, sondern von der gesamten Struktur getragen wird.
Ein SafeR Space ist nie „fertig“, sondern erfordert ständige Reflexion und Anpassung.
Konkret bedeutet das: Diskriminierende Sprache, Grenzverletzungen oder Machtmissbrauch werden nicht relativiert, sondern klar benannt und adressiert.
So entsteht ein Umfeld, in dem die Perspektiven und Bedürfnisse von Betroffenen im Mittelpunkt stehen, sie werden parteilich unterstützt, statt alleine gelassen zu werden.
Wichtig ist: Ein SafeR Space ist kein Versprechen auf völlige Sicherheit.
Deshalb ist es ein problematisches Signal, wenn Veranstaltungen sich als ‘Safe Space’ bezeichnen. Das suggeriert eine absolute Sicherheit, die niemand garantieren kann – und weckt Erwartungen, die nicht erfüllbar sind. ‘SafeR Space’ hingegen benennt ehrlich, dass Sicherheit immer eine gemeinsame Praxis ist; ein kollektives Commitment, Risiken zu minimieren, Verantwortung zu übernehmen, und Betroffene nicht allein lassen. Ein SafeR Space ist kein perfekter Ort, sondern eine gemeinsame Praxis die auf Selbstreflexion, aktives Handeln und gegenseitige Unterstützung setzt.
T
- Transformative Justice / Transformative Gerechtigkeit
- Transformative Justice (TJ) ist in BIPoC–Communitys in der USA entstanden. Es wurde ein gemeinschafts-basierter Weg gesucht, um mit Gewalt, Diskriminierung und Übergriffen umzugehen – ohne auf Strafe, Polizei oder sonstige staatliche Bestrafungssysteme & Ausschlussmechanismen zurückzugreifen.
Im Zentrum steht die Frage: Wie können kollektive Verantwortung, Heilung und Veränderung möglich werden? Dabei geht es nicht um einzelne gewaltvolle Handlungen, sondern um die Bedingungen, die Gewalt ermöglichen: Machtverhältnisse, Isolation, fehlende Fürsorge oder unreflektierte Strukturen. Transformative Justice sucht Wege, Verantwortung zu übernehmen, Fürsorge praktisch zu leben, Betroffene dabei zu bestärken und Strukturen zu verändern, die Gewalt begünstigen. Sie ist eine kollektive Praxis, die Aushandlung, Vertrauen und langfristige Begleitung braucht.
Für Awareness-Arbeit bedeutet das Verantwortung und Fürsorge nicht als Gegensätze zu denken, sondern gemeinsam Wege zu finden, wie Sicherheit, Reflexion und Veränderung entstehen können. Auch nach Grenzüberschreitungen. Wir, als Kollektiv, fördern diese Haltung in der Praxis durch Bildungsarbeit, Austausch und die Entwicklung von Standards, die Verantwortungsübernahme, Reflexion und kollektive Fürsorge in den Mittelpunkt stellen.